Französischschüler*innen liefern ab im Finale des Wettbewerbs „École du flow“ in Mannheim

Als der Wahlpflichtkurs Französisch des 9. Jahrgangs der IGS Friesland-Süd von Frau Tessendorff, bestehend aus Emily, Elissa, Ela und Daiman, im Unterricht plötzlich auf die Idee kam, einen eigenen Rap zu schreiben, ahnte vermutlich niemand, dass daraus einmal eine Reise nach Mannheim, ein Auftritt vor hunderten Menschen und beinahe eine kleine Sensation werden würde.

Schüler der IGS Friesland-Süd beim Rappwettbewerb École du flow in Mannheim

Angefangen hatte alles ziemlich harmlos: Daiman fragte, ob wir nicht mal im Französischunterricht rappen könnten. Eine Woche später erfuhr Frau Tessendorff auf einer Fortbildung zufällig von einem deutsch-französischen Rap-Wettbewerb. Wenig später stand fest: Wir machen beim Kreativwettbewerb „École du Flow – Hip Hop über Grenzen – grenzüberschreitend kreativ“ der deutsch-französischen Hip-Hop-Band “Zweierpasch” mit.

Gesagt, getan. Aus einem ersten Brainstorming zum diesjährigen Motto „Friedenstauben – Colombes de la paix“ entstanden Textideen und wurden schnell zu ernsthaften Songzeilen. Deutsch? Klar. Französisch? Natürlich. Englisch? Warum nicht. Arabisch? Auch das fand seinen Weg in den Track. So entstand ein Rap über Krieg, Hoffnung, Zusammenhalt und den Wunsch nach Frieden. Nach vielen kreativen Stunden und Diskussionen über Zeilen und Reime wurde der Song aufgenommen und fristgerecht abgeschickt. Danach herrschte erst mal Funkstille. Auf Wiedersehen, nie wieder gesehen! – dachten wir zumindest. Doch dann eskalierte die Situation plötzlich im besten Sinne: Frau Tessendorff, bereits im Mutterschutz und zu Hause vor dem Bildschirm, verfolgte die Finalauslosung live auf Instagram – und rastete beinahe aus, als der Name „IGS Friesland-Süd“ gezogen wurde. Von über 1300 teilnehmenden Schüler*innen gehörte unser Kurs tatsächlich zu den Finalisten, die nach Mannheim eingeladen wurden, um ihren Song auf großer Bühne zu performen und sich live einer Jury zu stellen. Und damit war klar: Wir fahren hin!

Schüler der IGS Friesland-Süd beim Rappwettbewerb in Mannheim

Danke für die Unterstützung unserer Sponsoren „Stoffwechsel e. V.“ und dem „Sozialen Kaufhaus Friesland e.

Da Frau Tessendorff die Reise nicht selbst begleiten konnte, sprangen Frau Habichtsberg und Herr Behme ins Abenteuer. Dank der Unterstützung unserer Sponsoren „Stoffwechsel e. V.“ und dem „Sozialen Kaufhaus Friesland e. V.“ in Zetel konnten Fahrt und Unterkunft organisiert werden – und so startete die Crew am frühen Morgen des 20. Mai in Richtung Mannheim.

Nach einer mehr oder weniger erholsamen Übernachtung in einer Ferienwohnung ging es zur Wettbewerbs-Location. Schon Stunden vor Beginn füllte sich dann eine alte Feuerwache mit Gruppen aus Deutschland und Frankreich. Überall hörte man deutsch-französische Gespräche, Gelächter, Musik und Aufregung. Es war laut, bunt, kreativ und irgendwie genau das, worum es bei diesem Wettbewerb ging.

Dann wurde es ernst. Um 14 Uhr begann die Show. Gruppe für Gruppe performte auf der Bühne – und das Niveau war beeindruckend. Als schließlich unsere Startnummer sechs aufgerufen wurde, war die Spannung kaum auszuhalten. Doch was dann passierte, überraschte alle: Keine 30 Sekunden nach Beginn ihres Songs „Main dans la main“ bewegte sich die komplette Halle zum ersten Mal mit. Die Stimmung explodierte. Das Publikum feierte, winkte mit den Armen und unsere vier Künstler*innen lieferten eine Performance voller Energie ab, die den Lehrkräften die Tränen in die Augen trieb. Dreieinhalb Minuten später war klar: Das war nicht einfach nur ein Schulprojekt. Das war Seele und Herzblut auf der Bühne, “Hand in Hand”.

Schüler der IGS Friesland-Süd beim Rappwettbewerb École du flow in Mannheim auf der Bühne

Ein einziger Punkt. Was für ein Erfolg. Beim Wettbewerb École du flow!

Nach dem Finale folgte die Preisverleihung. Platz eins ging nach Nürnberg, Platz zwei nach Nancy. Und Zetel? Offiziell leider knapp vorbei. Inoffiziell offenbar fast ganz oben: In einem persönlichen Gespräch verrieten “Zweierpasch” später, wie unglaublich knapp die Entscheidung gewesen war. Ein Punkt Unterschied zu Platz eins und zwei. Ein einziger Punkt. Was für ein Erfolg!

Auf der Rückfahrt war klar: Diese Reise war viel mehr als ein Wettbewerb. Über neun Stunden Fahrt, eine Wahnsinns-Performance, ein jubelndes Publikum und das Feedback der Veranstalter, dass „nicht besser hätte sein können“, sprechen für sich. Die Friedenstaube ist also weitergeflogen – und eins steht fest: Das war nicht das letzte Mal, dass man von diesem Kurs hören wird. Die IGS Friesland-Süd ist unfassbar stolz auf ihre vier mutigen Künstler*innen. Und ehrlich gesagt: Wir finden, ihr dürft das auch sein. PAIX! PAIX!

A. Behme und K. Tessendorff

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