Hannover, den 18. März 2026

Liebe Eltern und Erziehungsberechtigte,
die Osterferien stehen vor der Tür und damit in diesem Jahr mehrere religiöse und interkulturelle Feste. Neben dem wichtigsten christlichen Feiertag sind es Ramadan, Pessach und Nevruz, die in diese Zeit fallen. Ich finde es wichtig, dass Schülerinnen und Schüler diese unterschiedlichen Festtage kennen und darüber miteinander ins Gespräch kommen. Ich wünsche allen unter Ihnen, die eines dieser Feste feiern, eine schöne Zeit mit Ihren Familien!
Wie Sie vermutlich bereits mitbekommen haben, hat die Landesregierung entschieden, ab dem Schuljahr 2026/27 alle Schülerinnen und Schüler an den weiterführenden Schulen mit digitalen Endgeräten auszustatten, in der Regel ab Jahrgang 7. Die Schulen dürfen nach pädagogischen Erwägungen davon abweichen. Damit verbunden ist eines der größten Digitalisierungsprojekte in Niedersachsen im Bildungsbereich, da zukünftig alle betreffenden Schülerinnen und Schüler ein eigenes Tablet oder einen eigenen Computer zum Lernen bekommen werden. Diese Anschaffung wird vom Land bezahlt und ohne Elternbeiträge finanziert. Wir gehen damit einen entscheidenden Schritt in Richtung Lehrmittelfreiheit. Darüber freue ich mich sehr.
Mehr Unterricht und Bildungsqualität, mehr Demokratie und mehr Freiräume an Schulen.
In einem ersten Schritt werden zunächst die Schulen ausgestattet, die bereits mit digitalen Endgeräten arbeiten und daher schon ein Umsetzungskonzept haben. In einem nächsten Schritt folgen dann die weiteren Schulen. Anfang März haben wir die Schulleitungen über das weitere Vorgehen und über die verschiedenen Unterstützungsangebote informiert. Auf dieser Basis bereiten die Schulen die Ausgabe und Nutzung der Geräte vor und werden sich zu gegebener Zeit bei den Eltern und Erziehungsberechtigen der zukünftigen Nutzenden unter Ihnen melden – das können sie aber erst tun, wenn die Bestellseite für sie zur Verfügung gestellt wurde. Also warten Sie auf eine Nachricht der Schulleitungen.
Im März haben wir als Landesregierung außerdem einen Gesetzentwurf zur Modernisierung des Niedersächsischen Schulgesetzes eingebracht. Wir wollen gute und gerechte Bildung weiter ausbauen und unsere Schulen nachhaltig stärken. Daher verbinden wir mit der Novelle unseres Schulgesetzes eine klare Qualitätsoffensive mit drei zentralen Leitlinien: mehr Unterricht und Bildungsqualität, mehr Demokratie und mehr Freiräume an Schulen.
Wir stärken die Mitbestimmung der Schülerinnen und Schüler verbindlich – von der Klassenvertretung bis zu den landesweiten Gremien – und fördern so demokratische Kompetenzen im Schulalltag. Gleichzeitig erweitern wir die pädagogischen Gestaltungsspielräume, damit Schulen Unterricht flexibler und individueller organisieren können. So schaffen wir starke Schulen, die Qualität sichern, Teilhabe ermöglichen und allen Schülerinnen und Schülern gerecht werden. Dieser Gesetzesentwurf wird nun im Niedersächsischen Landtag beraten.
Teil des Gesetzentwurfs ist auch die Reform der gymnasialen Oberstufe, die ab dem Schuljahr 2027/2028 gültig ist. Um den Schülerinnen und Schülern eine individuelle Profilbildung zu ermöglichen, werden in der Qualifikationsphase, also in den Stufen 12 und 13, die bisher vorgegebenen Schwerpunkte mit ihren festgelegten Fachkombinationen aufgehoben. Ich möchte an dieser Stelle auf die konkreten Änderungen eingehen, weil gerade leider viele Dinge hineininterpretiert werden, die so gar nicht angedacht sind: Mit der Oberstufenreform ermöglichen wir es Schülerinnen und Schülern, dass sie in der Einführungsphase (Klasse 11) künftig sogar drei Fremdsprachen belegen können. Das geht derzeit nicht so einfach. Ebenso stellen wir keine Fächer schlechter als andere. Das Gegenteil ist der Fall: Wir ermöglichen, dass Fächer gleichberechtigter nebeneinanderstehen. So können Schülerinnen und Schüler in Zukunft erstmals alle drei Fächer Politik, Geschichte und Erdkunde parallel belegen. Wir ermöglichen mit der Reform nur die Abwahl ganz weniger Fächer. Dafür können noch mehr Fächer miteinander kombiniert und Schwerpunkte gesetzt werden. Kurzum: Wir machen das Abi moderner, individueller und motivierender, ohne das Niveau zu senken. Wir schaffen also nichts ab, wir eröffnen neue Gestaltungsräume. An dieser Stelle möchte ich auch noch einmal auf das FAQ zur Oberstufenreform hinweisen, welches auf dem Bildungsportal veröffentlicht wurde und das viele Fragen umfassend beantwortet: https://t1p.de/ffr4u
Der neue Religionsunterricht „Christliche Religion nach evangelischen und katholischen Grundsätzen“:
An dieser Stelle freue ich mich ebenso darüber, dass wir ab dem Schuljahr 2026/2027 den neuen Religionsunterricht „Christliche Religion nach evangelischen und katholischen Grundsätzen” (kurz: „Christliche Religion”) einführen werden. Dieses Fach wurde im engen Dialog mit den Kirchen entwickelt und ersetzt die bisherigen Unterrichtsfächer Evangelische Religion und Katholische Religion an den öffentlichen allgemeinbildenden Schulen im Primarbereich und im Sekundarbereich I. Die Verantwortung für den Unterricht wird vom Land sowie den katholischen Bistümern und evangelischen Kirchen in Niedersachsen gemeinsam getragen. Das Fach hat christliche Themen, Handlungsperspektiven und Glaubenserfahrungen in Geschichte und Gegenwart im Fokus und ist bekenntnisgebunden. Darüber hinaus bieten wir ab dem Schuljahr 2026/2027 in der Grundschule das Unterrichtsfach „Werte und Normen“ für die Kinder an, die nicht den christlichen Unterricht wahrnehmen. Darin wird es unter anderem um Menschenrechte und Kinderrechte gehen, um unser Zusammenleben und darum, verschiedene Religionen kennenzulernen.
Abschließend kann ich Ihnen mitteilen, dass alle Schulen in Niedersachsen seit Mitte Februar den Chatbot telli nutzen dürfen. Künstliche Intelligenz (KI) prägt den Alltag von Schülerinnen und Schülern – in sozialen Medien, als Sprachassistenten oder bei der Informationssuche. Auch das Berufsleben ist zunehmend KI-gestützt. Schule sollte junge Menschen deshalb befähigen, KI kritisch, reflektiert und kompetent zu nutzen. Dazu gehört auch, Desinformation und Fake News erkennen zu können. Mit dem KI-Chatbot telli steht Lehrkräften in Niedersachsen ab sofort landesweit eine datenschutzkonforme und für den Unterricht optimierte Anwendung zur Verfügung. Mehr Informationen dazu finden Sie hier: https://t1p.de/fdabr
Ich wünsche Ihnen und Ihren Kindern eine schöne Ferienzeit!
Mit freundlichen Grüßen
Julia Willie Hamburg
Niedersächsische Kultusministerin
Julia Willie Hamburg
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