Gemeinsamer Einsatz für das Bockhorner Moor

In der Jahrgangsstufe 7 legen wir im naturwissenschaftlichen Unterricht an der IGS Friesland-Süd einen Schwerpunkt auf Zusammenhänge in Ökosystemen. Was liegt da näher als ein Blick vor die Haustür?

Moorherbst IGS Zetel

Moore gehören in Niedersachsen zu einer ursprünglichen Landschaftsform. Nur ganz wenige Teile sind heute jedoch noch intakt, da sie von Menschen in der Geschichte Niedersachsens besiedelt, entwässert und auf beschwerliche Art und Weise als Wirtschaftsflächen umgenutzt wurden.

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Im 322 ha großen Schutzgebiet des Bockhorner Moores entwickelt sich jedoch seit den 90 Jahren die ursprüngliche Landschaft zurück. Dort steht das Moor unter Schutz. Wollgras und Torfmoose treten langsam wieder in Erscheinung und auch die Tiere des Moores besiedeln die Fläche wieder.

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Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern wollten diesen Lebensraum vor Ort zu erleben und nicht nur im Buch oder in Videodokumentationen etwas über das Moor erfahren.

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Gemeinsam mit unseren Partnern, dem Landkreis Friesland, der unteren Naturschutzbehörde, dem Regionalen Umweltzentrum in Schortens und der Mobilen Umweltbildung des NABU konnten wir das Moor für die Kinder erlebbar machen.

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Jeweils einen ganzen Vormittag war eine Klasse vor Ort, um auf einer 2,5 ha großen Fläche im Randgebiet auf Entdeckungsreise zu gehen. Auf einem vom NABU vorbereiteten Lehrpfad konnten Torfmoose unter der Lupe angeschaut werden, Wasserproben genommen, werden oder Bodenuntersuchungen durchgeführt werden. Im Gespräch und mit den passenden Impulsen auf vorbereiteten Materialien entwickelten die Kinder schnell ein Gespür für die Wichtigkeit des Erhalts dieser Landschaft.

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Auf der Fläche war auch gut zu erkennen, dass eine starke Konkurrenz besteht. Den Lebensraum versuchen nicht nur die Torfmoose und Pflanzen des Moores zu besiedeln, sondern auch Bäume wie Kiefern und Birken. Diese verschatten Wasserflächen und entziehen dem Boden die notwendige Feuchtigkeit. Im Herbst tragen sie mit dem Laubfall große Mengen Nährstoffe in die Fläche. Daher ist die Gefahr groß, dass schon bald dort ein Wald entstanden ist, wo eigentlich Torfmoose wachsen und Libellen um einen kleinen Moorsee schwirren sollten.

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Daher haben die Siebtklässler tatkräftig angefasst. Mit großen Astscheren und Sägen durften Sie mit absoluter Ausnahmegenehmigung auf einer kleinen Teilfläche des Schutzgebietes die aufwachsenden Baumschösslinge entfernen (entkusseln). Ein großes Abenteuer für die Schülerinnen und Schüler!

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Sie durften erleben, dass es im Moor auch Stellen gibt, an denen man knietief im Matsch versinkt, dass es unglaublich beschwerlich ist, sich auf diesen Flächen fortzubewegen und wie wohltuend ein warmer Sonnenstrahl auf der Haut sein kann. Die Schülerfirma der Haupt- und Realschule hatte für das leibliche Wohl gesorgt. Zur Mittagszeit sind alle mit Gemüse, Obst, belegten Brötchen und heißem Apfelsaft wieder zu Kräften kommen.